Chirurgischer Eingriff bei Lymphödem —
Das Lymphödem ist eine in der Regel nicht heilbare Erkrankung, da einmal geschädigte Lymphbahnen nicht zu reparieren sind.
Die operative Therapie beinhaltet sogenannte lymphovenöse Anastomosen, bei welchen eine Verbindung zwischen Lymphgefässen und Venen geschaffen wird, um so die Lymphflüssigkeit über die Venen ableiten zu können. Damit können Lymphödeme zwar nicht völlig, aber in vielen Fällen deutlich zurückgebildet werden. Der Vorteil dieser Methode ist, dass der Eingriff nur oberflächlich im Hautgewebe stattfindet und ein sehr geringes Komplikationsrisiko hat.
In ausgewählten Fällen, insbesondere beim genitalen Lymphödem ist auch die Verbindung eines Lymphknotens mit einer Vene (Lymphknoten-zu-Venen-Anastomose) sinnvoll. Hierdurch wird der Lymphknoten darin unterstützt, die Lymphflüssigkeit abzudrainieren.
Bei fortgeschritteneren Stadien bzw. beim primären Lymphödem empfiehlt sich die Verpflanzung von Lymphgewebe (meist vom Bauchfell) an die betroffene Körperregion. Hierfür wird in Kooperation mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Endokrin- und Transplantationschirurgie das Lymphgewebe am Bauchfell in Schlüssellochtechnik (minimal-invasiv) entnommen und im Anschluss an ortsständige Gefässe an der betroffenen Region unter dem Mikroskop angeschlossen.
Liegen zudem Fettgewebsvermehrungen vor, ist oft zusätzlich die Fettabsaugung (Liposuction) empfehlenswert.